Zwei 1-Tonnen-Zugmaschinen, zwei unterschiedliche Konzepte
Besuchen Sie jede Fachmesse für Hebezeug, und Sie werden Dutzende elektrischer Kettenzugmaschinen sehen, die nahezu identisch aussehen: ein gelber Aluminiumkörper, eine Lastkette, ein Handsteuergerät. Doch wer genauer hinsieht – etwa auf Bremse, Getriebe und Drehzahlregelung –, erkennt, dass die Unterschiede keineswegs nur optischer Natur sind. Entscheiden Sie sich falsch, sparen Sie kein Geld – stattdessen kaufen Sie sich zukünftige Garantiefälle, einen Motorschaden oder einen Stillstand in der Produktionsanlage Ihres Kunden.
Bei ALLMAN basiert unsere Familie elektrischer Kettenzugmaschinen auf zwei klar voneinander abgegrenzten Serien – AMEH und ER –, die jeweils eigene Konstruktionsprinzipien, Einsatzklassen und Zielanwendungen aufweisen. Dieser Leitfaden erläutert die 9 entscheidenden Unterschiede, verdeutlicht, was jeder einzelne für Ihre Kaufentscheidung bedeutet, und schließt mit einer praktischen Auswahl-Checkliste ab.
Bevor wir vergleichen: 4 technische Daten, die Sie verstehen müssen
Die beiden Serien im Überblick
AMEH-Serie – das universelle Arbeitstier. Ein elektrischer Kettenzug für allgemeine Zwecke, der auf einer „Null-Fehler-Sicherheitsarchitektur“ basiert: Gehäuse aus Aluminium-Druckguss, Motoren mit Wicklungen aus hochreinem Kupfer sowie weltweit standardisierte Ersatzteile. Er ist als feststehende Ausführung, mit Laufkatze oder mit geringer Einbauhöhe erhältlich, jeweils in ein- oder zweigängiger Ausführung; er ist eine beliebte Wahl für Kranhersteller und -distributoren in Schwellenländern – ALLMAN liefert ihn zudem als SKD-Bausätze mit OEM-Branding an lokale Kranhersteller.
ER-Serie – die kompakte europäische Variante. Ein elektrischer Kettenzug der neuen Generation im europäischen Design für den schweren industriellen Einsatz: Einsatzklasse M5, elektromagnetische Bremse, kompakte Planetengetriebe sowie optional integrierter Frequenzumrichter für stufenlose Hubgeschwindigkeitsregelung. Er richtet sich an Fabriken, Baustellen, Bergwerke und Häfen, wo sanftes Handling und hohe Einsatzzuverlässigkeit entscheidend sind.
Die 9 wesentlichen Unterschiede
| # | Abmessung | AMEH-Serie | ER-Serie |
| 1 | Designphilosophie | Universal / für allgemeine Zwecke | Kompakt im europäischen Stil (ER2) |
| 2 | Betriebsklasse | M4 (mittel-schwer, FEM 2M / 40 % ED) | M5 (schwerer Einsatz) |
| 3 | Bremsystem | Seitliche magnetische Bremse | Elektromagnetische Bremse (schnellere Reaktionszeit) |
| 4 | Getriebe | Präzisions-Schneckengetriebe, Ölbad-Schmierung, <80 dB | Kompaktes Planetengetriebesystem |
| 5 | Geschwindigkeitssteuerung | Einstufige Standardausführung, zweistufig optional | Einstufig + optional integrierter Frequenzumrichter (VFD) |
| 6 | Überlastschutz | Zweistufige Endschalter + elektrischer Schutz | Rutschkupplung (mechanischer Überlastschutz) |
| 7 | Wärmeableitung | Druckgegossene Aluminiumkühlrippen (≈40 % höhere Wärmeabfuhr) | Vollaluminium-Motorgehäuse + spezieller Kühllüfter |
| 8 | Kapazitätsbereich | 0,5 t–25 t (größer auf Anfrage) | 0,5 t–30 t, feingliedriges Mehrfachzug-System (1–12 Züge) |
| 9 | Zielmarkt | Lateinamerika und Schwellenmärkte, Kranhersteller, Lagerhalter (SKD/OEM) | Europäische und globale Industrieanwendungen |
Gemeinsam für beide Serien: leichtes Aluminiumgehäuse, Lastkette G80, Niederspannungssteuerung mit 24 V/36 V/48 V, CE- und ISO-9001-Zertifizierung, Mindestbestellmenge 1 Stück.
1. Konstruktionsphilosophie – und warum sie wichtig ist
AMEH ist wie ein klassischer industrieller Kettenzug aufgebaut: bewährt, robust und einfach zu warten mit Standardkomponenten, die weltweit verfügbar sind. ER folgt der europäischen Schule – kompakter und stärker integriert, wobei die Elektronik (Wechselrichter) im Zugkörper untergebracht ist. Wenn Ihre Kunden ihre Geräte selbst warten und lokal verfügbare Ersatzteile nutzen, ist AMEH großzügig; wenn sie nach technischen Spezifikationen und europäischem Designdenken kaufen, spricht ER ihre Sprache.
2. Einsatzklasse: M4 vs M5
Dies ist der Unterschied mit den gravierendsten finanziellen Folgen. Die AMEH ist für die Einsatzklasse M4 ausgelegt – ideal für Werkstätten und Lager mit Ein-Schicht-Betrieb sowie für gelegentliche Hubvorgänge. Die ER ist für die Einsatzklasse M5 ausgelegt und speziell für einen kontinuierlichen, hochfrequenten Betrieb konzipiert: Montagelinien, Wartung im Bergbau, Häfen. Eine Hebezeugauswahl unterhalb der tatsächlichen Einsatzklasse führt zu Überhitzung, Isolationsabbau und vorzeitigem Ausfall. Eine Auswahl oberhalb der tatsächlichen Einsatzklasse bedeutet hingegen unnötige Investitionskosten für ungenutzte Kapazität.
3. Bremse: Seitlich magnetisch vs. elektromagnetisch
Die seitlich magnetische Bremse der AMEH ist ein bewährtes Design, das den Motor schnell stoppt und die Last zuverlässig hält. Die elektromagnetische Bremse der ER reagiert noch schneller und ist typisch für europäische Hebezeuge – ein Vorteil bei präziser Positionierung und häufigen Stop-/Start-Zyklen. Bei schweren, hochzyklischen Aufgaben bedeutet die schnellere Bremsreaktion zudem geringeren Lastschwung und bessere Bedienbarkeit durch den Bediener.
4. Geschwindigkeitsregelung: Die Frage nach dem Frequenzumrichter
Standard-AMEH-Hebezeuge sind einstufig; zweistufig ist optional erhältlich – einfach, robust und wirtschaftlich. ER geht einen Schritt weiter: Ein optional integrierter Frequenzumrichter ermöglicht sanftes, stufenloses Heben – entscheidend beim Absenken kostspieliger Lasten, der Positionierung schwerer Komponenten oder beim Betrieb automatisierter Zyklen. Falls Ihre Anwendung weiche Anfahrten und präzises Feinpositionieren erfordert, ist die VFD-Option von ER das unterscheidende Merkmal.
5. Überlastschutz: Elektrisch versus mechanisch
AMEH schützt das Hebezeug mit zweistufigen Endschaltern sowie elektrischen Sicherungen (einschließlich Phasenvertauschungsschutz, der die Steuerschaltung sperrt, falls die Drehstromversorgung falsch angeschlossen ist). ER ergänzt dies durch eine Rutschkupplung – ein mechanisches Überlastschutzelement, das bei übermäßiger Belastung rutscht, bevor Komponenten beschädigt werden können. Mechanischer und elektrischer Schutz ergänzen sich: Die Kupplung fängt mechanische Stöße ab, die Elektronik schützt vor Fehlverdrahtung und Überlauf.
7. Wärmeableitung
Beide Serien bekämpfen Hitze – den größten Feind der Motorlebensdauer. Das druckgegossene Aluminiumgehäuse von AMEH mit Kühlrippen verbessert die Wärmeableitung um rund 40 % und ermöglicht einen dauerhaften Betrieb auch in schlecht belüfteten Werkstätten. ER kombiniert einen vollständig aus Aluminium gefertigten Motorkörper mit einem speziellen Kühllüfter, wodurch die Laufzeit bei schweren Dauerbelastungen verlängert wird. Gleiche Zielsetzung – zwei bewährte Lösungen.
8. Positionierung und Zielmarkt
AMEH ist gezielt für Kranhersteller, Händler und Distributoren positioniert – insbesondere in Lateinamerika und auf aufstrebenden Märkten – mit SKD-Bausatzlieferung, kundenspezifischem OEM-Branding und Farbanpassung als Standardleistungen. ER richtet sich an Käufer, die europäische Hubwerke für Industrieanlagen vorgeben, häufig mit Anforderungen an Frequenzumrichter und Zertifizierungen. Ihr eigenes Vertriebsnetz sollte dies widerspiegeln: Volumendistributoren versus technisch spezifizierte Projekte.
Welche sollten Sie wählen?
1. Wählen Sie AMEH, wenn:
Kostensensibilität und geringe Gesamtbetriebskosten im Vordergrund stehen;
2. Wählen Sie ER, wenn:
fünf-Fragen-Auswahl-Checkliste
Bevor Sie ein Angebot anfordern, beantworten Sie folgende Fragen:
1. Beanspruchung:
Wie viele Hubvorgänge pro Stunde und wie viele Stunden pro Tag? (M4 oder M5?)
2. Tragfähigkeit:
Welche maximale Last ist erforderlich – und handelt es sich um einen einfachen oder um einen doppelten/dreifachen Zug?
3. Hubhöhe:
Standard 3 m oder kundenspezifisch bis zu 30 m?
4. Stromversorgung:
Welche Spannung und Frequenz sind am Einsatzort verfügbar? (AMEH: 3P 220–690 V, 50/60 Hz; ER: 220–525 V, 50/60 Hz, dreiphasig)
5. Umgebungsbedingungen:
Innen, halb-extern, staubig oder küstennah? (IP54-Standard, IP55- und korrosionsbeständige Kettenoptionen erhältlich)
Häufig gestellte Fragen
F: Lohnt sich M5 immer gegenüber M4?
A: Nur, wenn es die Einsatzdauer erfordert. M5 bietet eine höhere thermische Belastbarkeit und eine größere zulässige Arbeitslast – unverzichtbar für Dauerbetrieb, aber überdimensioniert bei gelegentlicher Leichtanwendung. Wählen Sie die Klasse nach der tatsächlichen Beanspruchung, nicht nach dem Preis.
F: Brauche ich wirklich einen Frequenzumrichter an einem Kettenzug?
A: Für die meisten Hubanwendungen — nein. Für präzise Positionierung, sanftes Anfahren/Anhalten oder häufiges Lasthandling amortisiert sich ein VFD durch reduzierte Lastschwingung und geringeren Verschleiß der Komponenten. ER bietet ihn als Option an, sodass Sie niemals gezwungen sind, dafür zu bezahlen.
F: Können ER-Züge mit meiner Marke geliefert werden?
A: Ja. Beide Serien unterstützen OEM-Branding — individuelle Etiketten, lasergravierte Typenschilder und Gehäusefarben — und AMEH ist zudem als SKD-Bausätze für die lokale Kranmontage erhältlich.
F: Mit welchen Zertifizierungen sind diese Züge ausgestattet?
A: Sowohl AMEH als auch ER sind CE-zertifiziert und verfügen über das ISO-9001-Qualitätsmanagement; Lieferumfang umfasst Prüfberichte und Bedienungsanleitungen. Dokumentation für Einfuhr- und Projektkonformität kann auf Anfrage bereitgestellt werden.
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